Vitamin D: Wurst hemmt die Aktivierung des Vitamins

Vitamin D ist weit mehr als nur ein Sonnenvitamin. Es ist ein zentraler Regulator im Stoffwechsel, beeinflusst das Immunsystem, die Knochengesundheit und zahlreiche hormonelle Prozesse. Dennoch zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass die Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzung nicht automatisch zu einer ausreichenden Versorgung führt. Der Grund liegt in der komplexen Biochemie dieses Vitamins.

Wie Vitamin D im Körper aktiv wird

Vitamin D, wie es in Präparaten enthalten ist oder in der Haut unter UV-B-Einstrahlung gebildet wird, ist zunächst biologisch inaktiv. Erst in der Leber entsteht daraus 25-Hydroxy-Vitamin D (25(OH)D), und in einem weiteren Schritt wird dieses in der Niere zur aktiven Form Calcitriol (1,25(OH)₂D) umgewandelt. Diese Aktivierung wird maßgeblich durch das Parathormon gesteuert. Parathormon entsteht in den Nebenschilddrüsen, wenn der Kalziumspiegel im Blut sinkt.

Die Bildung und Ausschüttung von Parathormon wird über Calcium-sensible Rezeptoren in der Nebenschilddrüse reguliert. Sinkt die Calciumkonzentration im Blut, wird die Hormonfreisetzung innerhalb von Minuten gesteigert, während ein hoher Calciumspiegel die Produktion bremst. Zusätzlich führt ein niedriger Spiegel des aktiven Vitamin D zur Bildung von Parathormon. Parathormon signalisiert der Niere, mehr aktives Vitamin D zu bilden, damit der Körper unter anderem über den Darm mehr Calcium aufnehmen kann und das Calciumgleichgewicht im Blut erhalten bleibt.

Warum zu viel Phosphat die Aktivierung hemmen kann

Ein wichtiger Gegenspieler in diesem fein abgestimmten System ist das Phosphat. Eine hohe Phosphatzufuhr aus verarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Wurstwaren, Schmelzkäse oder phosphathaltigen Getränken kann die Aktivierung von Vitamin D in der Niere vermindern. Überschüssiges Phosphat hemmt die Enzyme, die für die Umwandlung von 25(OH)D in die aktive Form Calcitriol verantwortlich sind.

Dadurch kann selbst bei ausreichender Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel oder Sonnenlicht ein funktioneller Mangel entstehen. Langfristig kann eine phosphatreiche Ernährung das Gleichgewicht zwischen Vitamin D, Parathormon und Calcium stören. Entscheidend ist also nicht nur die Menge an zugeführtem Vitamin D, sondern das harmonische Zusammenspiel mit einer natürlichen, ausgewogenen Ernährung, die den Regulationsmechanismus des Körpers respektiert.

Quelle: Fukumoto S. Phosphate metabolism and vitamin D. Bonekey Rep. 2014;3:497. Published 2014 Feb 5. doi:10.1038/bonekey.2013.231

 

Wie gut wird Ihr Vitamin D wirklich aktiviert?

Viele Patientinnen und Patienten nehmen Vitamin D ein – und bleiben trotzdem im Mangel.
Oft liegt die Ursache in einem gestörten Zusammenspiel von Calcium, Parathormon, Phosphat und Nierenfunktion.

Mit unserer erweiterten Blutanalyse prüfen wir:

  • 25(OH)D & aktives 1,25(OH)₂D

  • Parathormon (PTH)

  • Calcium, Magnesium & Phosphat

  • Entzündungs- und Stoffwechselmarker

  • Ihre individuelle Nährstoffsituation

Jetzt herausfinden, wie gut Ihr Körper Vitamin D wirklich nutzt:
Mehr erfahren

Lesen:

Vitamin D – neu überlegt

Long-Covid: Wir waren selbst überrascht

 

 

News